Die DUE2-4-Regel ist kein Zufall, sondern ein strategisches Instrument, das seit Jahren die digitale Transformation in der Schweizer Wirtschaft prägt. Mit dem Gesetz zur Förderung der digitalen Infrastruktur und der Datenkompetenz (DUE2-4) setzt der Bund klare Prioritäten: Es soll nicht nur die Datennutzung beschleunigen, sondern auch die Abhängigkeit von ausländischen Technologiekonzernen reduzieren. Besonders für KMUs und öffentliche Institutionen bedeutet dies eine Chance – aber auch eine Herausforderung, die es zu meistern gilt.
Die Regel ist in drei Säulen unterteilt: Erstens die Förderung von Dateninfrastrukturen, die zweite Säule zielt auf die Stärkung der Datenkompetenz der Schweizer Bevölkerung ab, und drittens soll sie die Nutzung lokaler und europäischer Datenökosysteme fördern. Doch wie genau wirkt sich diese Politik auf Unternehmen aus – und welche konkreten Schritte müssen sie ergreifen, um die Vorteile zu nutzen?
Ein zentraler Aspekt der DUE2-4-Regel ist die Förderung von Open Data und Datenpartnerschaften. Der Bund unterstützt Projekte, bei denen Unternehmen gemeinsam Daten analysieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Ein Beispiel ist das Projekt „Swiss Data Alliance“, das seit 2021 Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen, Start-ups und Grossunternehmen wie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Swisscom fördert. Dort arbeiten Teams an Datenplattformen, die nicht nur öffentliche, sondern auch private Daten aggregieren – und so neue Marktchancen für Schweizer Unternehmen schaffen.
Doch die Regel ist nicht nur eine Frage von Infrastruktur. Sie betont auch die Bedeutung von Bildung und Weiterbildung. Seit 2022 werden Programme wie „Datenkompetenz für die Schweiz“ vom Bundesamt für Kultur (BAK) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) angeboten. Ziel ist es, Fachkräfte auszubilden, die in der Lage sind, Daten nicht nur zu sammeln, sondern auch zu verstehen und strategisch einzusetzen. Besonders für KMUs, die oft über begrenzte Ressourcen verfügen, kann dies der entscheidende Wettbewerbsvorteil sein.
Die DUE2-4-Regel hat bereits erste sichtbare Effekte. Laut einer Studie des Bundesamts für Statistik (BFS) aus 2023 haben seit 2021 rund 40 Prozent der Schweizer KMUs ihre Datenstrategie überarbeitet – ein Anstieg von 25 Prozent im Vorjahr. Besonders im Gesundheitswesen und in der Logistik sind Unternehmen vorangekommen, wo die Nutzung von Daten für die Prozessoptimierung und die Entwicklung neuer Dienstleistungen priorisiert wird. Doch der Weg ist noch lang. Die meisten Unternehmen stehen noch am Anfang und müssen sich mit Fragen wie Datenschutz, rechtlichen Rahmenbedingungen und der Integration neuer Technologien auseinandersetzen.
Für Unternehmen, die sich frühzeitig mit der DUE2-4-Regel auseinandersetzen, bieten sich jedoch klare Vorteile. Die Förderung von Dateninfrastrukturen ermöglicht es, teure Cloud-Lösungen zu reduzieren und die Abhängigkeit von US-amerikanischen oder chinesischen Anbietern zu verringern. Gleichzeitig können Unternehmen durch die Nutzung lokaler Datenökosysteme ihre Innovationskraft steigern und sich von internationalen Konkurrenten abgrenzen. Doch der Schlüssel liegt in der Kombination aus Technologie, Strategie und menschlichem Faktor – denn am Ende geht es darum, Daten nicht nur zu sammeln, sondern sie intelligent zu nutzen.
- Seit 2021 haben rund 40 Prozent der Schweizer KMUs ihre Datenstrategie aufgrund der DUE2-4-Regel überarbeitet.
- Die „Swiss Data Alliance“ fördert Kooperationen zwischen Forschung, Start-ups und Grossunternehmen wie der ETH Zürich.
- Seit 2022 werden Programme wie „Datenkompetenz für die Schweiz“ vom BAK und der EPFL angeboten.
- Laut BFS-Studie 2023 steigt die Nutzung von Daten in KMUs im Gesundheitswesen und Logistik besonders stark.
- Die Regel ermöglicht eine Reduktion der Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern durch Förderung lokaler Infrastruktur.
Die DUE2-4-Regel ist mehr als ein Gesetz – sie ist ein Weckruf für die Schweizer Wirtschaft. Wer jetzt handelt, sichert nicht nur seine Wettbewerbsfähigkeit, sondern schafft auch die Grundlage für eine zukunftsfähige Datenwirtschaft. Für Unternehmen, die bereit sind, die Herausforderungen anzunehmen, bietet sie die Chance, in einer zunehmend digitalisierten Welt führend zu sein.
